Vösendorfer Schlauch 2015

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    • Vösendorfer Schlauch 2015

      Nach endlos langen acht Monaten Pause von der Karpfenfischerei war es an einem Sonntag im Mai für mich endlich wieder so weit, ich wollte meinen Lieblingsfischen wieder die Fallen stellen! Günter aka Miraculix, wie er an seinem Hauswasser genannt wird, lud mich auf den sog. „Schlauch“ in Vösendorf ein. Ich war bereits letztes Jahr an diesem Gewässer und konnte einen kleinen Schuppenkarpfen auf die Matte legen, Günter jedoch ging damals mit trockenem Kescher (aber erhobenen Hauptes) nach Hause. Da er mit Ausnahme eines einzigen erfolgreichen Overnighters ebenfalls viele Monate nicht mehr fischen war - die im vergangenen September wegen Hochwasser unfreiwillig um fünf Tage verlängerte Session an den „Mura Carp Lakes“ musste im Familienkreis erst ausargumentiert werden - hatte sich auch bei ihm die Vorfreude auf den gemeinsamen Tagesansitz schon längst eingestellt…

      Pünktlich um neun Uhr, als wir uns gerade für einen Platz entschieden hatten, setzte klarerweise Regen ein (einige Tage zuvor, O-Ton Miraculix: „In den letzten zwei Jahren hatte ich am Wasser nicht einen einzigen schönen Tag, rechne daher besser mit dem Weltuntergang!“). Trotzdem baute ich so schnell wie möglich meine beiden Ruten auf, Günter hingegen ließ sich dabei wie üblich mehr Zeit, begleitet von Binsenweisheiten à la „In der Ruhe liegt die Kraft!“, „Die letzten werden die ersten sein!“, etc. Nun ja, er hätte vielleicht auch daran denken sollen, dass er nicht am Badminton-Court steht, um einen Vorhand-Drive ins Hinterfeld des Gegners zu spielen, dementsprechend schnalzte er seinen ersten Auswurf direkt ins gegenüberliegende Schilf, die Montage hing dort bombenfest…alle Knoten halten, immerhin auch eine Erkenntnis. Die meisten Camouflage-Kollegen würden in so einem Fall vermutlich die Schnur abschneiden und zurück zur Mittelauflage schreiten! Doch nicht Günter, er arbeitete sich verbissen durch den Schilfgürtel und mit vereinten Kräften konnten wir die Montage befreien, mit den lustigen Sprüchen war es bei ihm dann aber vorbei...

      Endlich hatten wir alle unsere Montagen auf den Spots abgelegt, das Wetter hatte sich immerhin gebessert und für uns begann das - kurzweilige - Warten, denn während wir uns unterhalten hatten, war die Zeit wie im Flug vergangen und es war Mittag geworden, angeltechnisch allerdings für uns beide bis dahin ereignislos.

      Als Günter kurz den Platz verließ um für sein Bedürfnis einen geeigneten Busch auszukundschaften, bekam er auf seiner rechten Rute einen Fallbiss, ich schnappte mir seinen Stecken und baute Spannung auf, wobei ich mir zuallererst nur dachte: „Wos woa des jetzt?“, dann bemerkte ich Widerstand! Minimalen Widerstand, denn zum Landgang kam ein halbstarker Zobel, der weniger an den Zauberboilies von Miraculix interessiert war, sondern sich viel mehr gleich an seinem Rig erhängen wollte. Kein Problem, Fisch gerettet und wieder munter in die Freiheit entlassen.

      So ging das Warten auf den ersten Karpfen weiter und ich befürchtete schon, dass wir beide mit einer Nullnummer heimgehen würden, doch dann endlich, mein Fox-Bissanzeiger bettelte um Hilfe. „Yes!“, der erste Karpfen des Tages lag auf der Matte, zwar kein Ungetüm, aber auf diesem Wasser immerhin guter Durchschnitt. Die Schweinderln rollten auf meinem rechten Spot, mit Sicherheit ein gutes Zeichen und nur kurz darauf folgte der zweite Rüssler in die Keschermaschen! Schnell beköderte ich wieder die Rute und ab ins Wasser mit den Baits, während Miraculix darüber nachzudenken begann, ob er dann nicht doch mal seine Montagen neu auswerfen sollte, „Reine Nervensache!“, bekam ich zu hören.

      In der Zwischenzeit war einer der sehr netten Aufseher des Gewässers zu uns gekommen, um uns über aktuelle Teichgeschichten, Besatzmaßnahmen und Monsterfänge auf den neuesten Stand zu bringen. Plötzlich schnellte wieder der Bissanzeiger in die Höhe, Schnur wurde von meiner Rolle abgezogen und bald konnte ich einen wunderschönen und auffällig dunkel gefärbten Schuppenkarpfen in den Kescher gleiten lassen, sicher kein Riese aber optisch für mich ein Ausnahmefisch.

      Jetzt lagen Günters Nervendrähte allerdings nicht mehr in der schützenden Ummantelung, denn das Wiener-Derby stand zu diesem Zeitpunkt nur 1:1 und in seinem eigenen Heimspiel lag er 0:3 hinten (den Zobel wertete er jetzt nicht unbedingt als „Aussireisser“, eher so etwas wie ein Abseitstor), seine Montagen wurden eingeholt, kontrolliert, gesoaked, gepimped, beschworen, neu ausgeworfen und das Motto kurzfristig in „Neues Spiel! Neues Glück!“ geändert. So wirklich bewahrheitete sich auch diese Erkenntnis nicht, sein Bissanzeiger meldete sich zwar irgendwann, die Erlösung lag greifbar nahe und der Anhieb ging letztlich genau dorthin, wo sicher kein Fisch mehr zu haken war.

      Danach tat sich nichts mehr, weder bei Miraculix noch bei mir. Austria ging gegen Rapid letztendlich mit 4:1 unter :mrgreen: und wir konnten auf einen wirklich tollen Tag am Wasser zurückblicken…und außerdem: „Morgen ist auch noch ein Fangtag, Günter!“ :)

      LG Florian
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